Roma und FahrendeMenschenrechte für Roma zur Realität werden lassen: Soziale Integration und Achtung der Menschenrechte fördern
Im Laufe des Jahres 2010 hat die europäische Öffentlichkeit zum ersten Mal die tatsächliche Lebensweise der Roma gesehen: Fernsehberichte zeigten Roma-Familien, die auf ihre Ausweisung von Westeuropa zurück in ihre Ursprungsländer warteten. Eine Bevölkerungsgruppe, die vorher völlig unsichtbar war, rückte in den Blickpunkt der Öffentlichkeit und jeder konnte ihre tatsächlichen Lebensumstände in vollem Umfang sehen. In Europa leben ungefähr 10 bis 12 Millionen Roma, die in allen Ländern vertreten sind. Sie gehören zu den am stärksten benachteiligten Bevölkerungsgruppen, sind täglich Diskriminierung und rassistischen Beschimpfungen ausgesetzt, leben in äußerster Armut und sind vom normalen Leben, das für andere Menschen selbstverständlich ist, ausgeschlossen – die Schule besuchen, zum Arzt gehen, sich um eine Arbeitsstelle bewerben oder eine menschenwürdige Unterkunft haben. Bisherhige Bemühungen führten nicht zum gewünschten Erfolg und obwohl es in Europa entsprechende Gesetze gibt, haben diese keine spürbaren Auswirkungen auf den Alltag von Roma-Familien. Die Ereignisse des Jahres 2010 haben den Generalsekretär des Europarates, Thorbjørn Jagland, dazu veranlasst, einen neuen Lösungsansatz vorzuschlagen und alle Beteiligten zu einem Treffen auf hoher Ebene einzuladen – Regierungen, die Europäische Union und die Roma selbst. Das Ergebnis dieses Treffens war ein gemeinsames Versprechen, bei Roma-Fragen zusammenzuarbeiten sowie praktische, leicht umsetzbare Pläne, die Roma-Gruppen am Aufbau einer besseren Zukunft teilhaben lassen. Seit 2011 arbeitet eine enagagierte Arbeitsgruppe zu diesem Thema im Europarat, die von Jeroen Schokkenbroek, Sonderbeauftragter des Generalsekretärs für Roma-Fragen, geleitet wird. Sie funktioniert wie eine Plattform, die verschiedene Projekte zusammenbringt, die nach dem Treffen auf hoher Ebene ins Lebens gerufen wurden. Internationaler Tag der Roma 2012Präsident des Kongresses fordert kontinuierlichen Dialog vor Ort zur Vermeidung von Diskriminierung und Marginalisierung Im Hinblick auf den Internationalen Tag der Roma am 8. April, der die Aufmerksamkeit auf die Herausforderungen lenkt, denen Roma in Europa fortwährend ausgesetzt sind, hat Keith Whitmore, Präsident des Kongresses der Gemeinden und Regionen des Europarates, die Rolle der Organe der territorialen Selbstverwaltung bei der Umsetzung von inklusiver und sozial verantwortlicher Roma-Politik unterstrichen: „Da in vielen Mitgliedsstaaten des Europarates die kommunalen und regionalen Gebietskörperschaften für Wohnungswesen, Sozialfürsorge und Bildungseinrichtungen zuständig sind, haben kommunale politische Entscheidungsträger in dieser Hinsicht eine besondere Verantwortung. Durch einen kontinuierlichen Dialog mit allen relevanten Akteuren sollte eine Umsetzung pragmatischer Lösungen möglich sein, um Roma gleichen Zugang zu Wohnraum, Gesundheitsfürsorge, Bildung und Beschäftigung zu gewähren. Gleichzeitig ist die Bereitschaft zur Beteiligung am Dialog von grundlegender Bedeutung bei der Bekämpfung von Diskriminierung und Marginalisierung und beim Brückenschlag zwischen den verschiedenen Teilen der Gesellschaft. Gemeinsam mit seinen Partnern baut der Kongress derzeit ein neues Netzwerk für die Eingliederung von Roma auf lokaler Ebene auf, das letztes Jahr auf dem Europäischen Bürgermeister-Gipfel in Straßburg ins Leben gerufen wurde und im kommenden September starten soll“, schloss Whitmore. Web Content Anzeige
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Die Europäische Kommission gegen Rassismus und Intoleranz (ECRI) hat neue politische Leitlinien zur Bekämpfung von Romafeindlichkeit veröffentlicht. Die Leitlinien sowie die neuesten Informationen zur Tätigkeit des Europarates in Roma-Fragen wurden am 19. September im Büro des Europarates in Brüssel präsentiert. Web Content Anzeige
Als Reaktion auf die zunehmende Diskriminierung von Roma in Europa und auf ihre soziale und wirtschaftliche Marginalisierung organisiert der Kongress der Gemeinden und Regionen des Europarates ein Gipfeltreffen der Bürgermeister über Roma. Der Gipfel findet am 22. September 2011 in Straßburg (Frankreich) statt.
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Buch-Neuerscheinung: "Der Europarat und die Roma - 40 Jahre Engagement" von Jean-Pierre Liégeois Nach 40 Jahren Einsatz für die Roma setzt der Europarat nun sein Engagement fort, um die Lage der Roma zu verbessern und ihre Vertreter in die sie betreffenden politischen Entscheidungen einzubeziehen. Bei dem Buch handelt es sich um ein Werk, das Erkenntnisse über die Roma näherbringen und zur intensiven Auseinandersetzung mit diesem Thema anregen soll. Es dient außerdem zu Referenz- und Analysezwecken. Vom Europarat verabschiedete Texte und seine Maßnahmen werden aus einer historischen Perspektive beschrieben. | Definition von "Roma"Der Begriff “Roma”, wie er im Europarat verwendet wird, umfasst Roma, Sinti, Kale und verwandte Gruppen in Europa, einschließlich Fahrende und orientalische Gruppen (Dom und Lom), und deckt die große Vielfalt der betroffenen Gruppen ab, einschließlich Personen, die sich selbst als "Zigeuner" bezeichnen. |