Bioethik: Das notwendige Gleichgewicht zwischen Fortschritt und Achtung der Menschenwürde

Bioethik


Das notwendige Gleichgewicht zwischen Fortschritt und Menschenwürde


Die biologische und medizinische Forschung hat zu bedeutenden Fortschritten im Gesundheitsbereich geführt, aber auch ethische Fragen aufgeworfen, die den Einzelnen und den Schutz seiner Rechte und Freiheiten betreffen (Genetik, medizinisch unterstützte Befruchtung, Pränataldiagnostik, Stammzellenforschung etc.).

Die Konvention über Menschenrechte und Biomedizin (Oviedo, 1997) legt die ethischen Grundsätze der Biomedizin fest. Bisher wurden drei Zusatzprotokolle verabschiedet, die das Verbot des Klonens von Menschen, Organtransplantationen und die biomedizinische Forschung betreffen.

Die Europäische Konferenz der nationalen Ethikkommissionen (COMETH) wurde gegründet, um die Zusammenarbeit zwischen den nationalen Ethikkommissionen in den Mitgliedsstaaten des Europarates zu verstärken. Sie fördert die öffentliche Debatte zu allen Fragen, die in Zusammenhang mit den Entwicklungen auf dem Gebiet der biomedizinischen Wissenschaften und der Gesundheit entstehen.

Ziel des Europarates im Bereich der Biomedizin ist es, ein Gleichgewicht zwischen der Freiheit der Forschung und dem Schutz des Einzelnen herzustellen.

3. Bioethik-Forum (28. Januar – 2. Februar, Straßburg)

Vom menschlichen Körper wird nunmehr alles verwertet: nicht funktionstüchtige Organe, Harn, Blut, Hornhäute, Knochenmark, Sperma, Föten usw. Alles wird verwendet und wiederverwertet oder – was noch besorgniserregender ist – auf dem weltweiten Markt für menschliche Körperteile zum Kauf angeboten.

135 Experten kommen zu diesem Forum zusammen, darunter drei Vertreter des Europarates, um mit der breiten Öffentlichkeit über den menschlichen Körper und seine Einzelteile zu diskutieren:

  • Philippe Boillat, Generaldirektor für Menschenrechte, und Maud de Boer-Buquicchio, ehemalige Stellvertretende Generalsekretärin des Europarates, sind die herausragenden Teilnehmer der Diskussion „Spenden und Einwilligung: eine Frage der Auslegung“ (Dienstag, 29. Januar, 16.00 bis 18.00 Uhr, Salle de l’Aubette);
  • Laurence Lwoff, Sekretärin des Bioethik-Ausschusses des Europarates, nimmt an der Diskussion „Der menschliche Körper: eine Quelle für Produkte“ (Mittwoch, 30. Januar,
    12.15 bis 14.00 Uhr, Librairie Kléber) teil.
 

 


 

Broschüre des Europarates erklärt Gentests

Wann sind Gentests angebracht? Was wird genau untersucht? Wie sind die Ergebnisse zu bewerten? Auf diese und weitere Fragen gibt die neue Broschüre des Europarates, die mit Unterstützung der Europäischen Gesellschaft für Humangenetik und EuroGentest herausgebracht wird, eine Antwort.

Gentests zeugen von den beachtlichen Fortschritten, die auf dem Gebiet der menschlichen Gesundheit erzielt wurden und werden zunehmend Bestandteil der medizinischen Praxis. Doch ihre Anwendung bleibt nicht ohne Folgen für die Betroffenen. (weiter...)

Biobanken und biomedizinische Sammlungen

Das Symposium über Biobanken und biomedizinische Sammlungen – ein ethischer Rahmen für zukünftige Forschung fand am 19. und 20. Juni 2012 in Straßburg (Frankreich) statt. Veranstalter war der Ausschuss für Bioethik des Europarates (DH-BIO).

Ziel des Symposiums war es, dem DH-BIO eine Grundlage für die Überarbeitung der Empfehlung (2006)4 des Europarates über die Forschung an biologischem Material menschlichen Ursprungs zu liefern.

Zu diesem Zweck hat das Symposium die Entwicklungen im Bereich der Biobanken und der Forschung an biologischen Materialien menschlichen Ursprungs seit der Verabschiedung der Empfehlung untersucht. Darüber hinaus wurden mögliche zukünftige Entwicklung erwogen, um Problemstellungen im Sinne der ethischen und rechtlichen Grundsätze der Empfehlung beurteilen zu können. (weiter) 

Dossier zum Thema