Gleichstellung von Frauen und Männern

Gender equality

Gleichstellung der Geschlechter bedeutet eine gleiche Präsenz, Berechtigung und Teilnahme beider Geschlechter in allen Bereichen des öffentlichen und privaten Lebens. Gleichstellung erfordert die Akzeptanz und Wertschätzung der gegenseitigen Ergänzung von Frauen und Männern in ihren unterschiedlichen Rollen in der Gesellschaft.

Dies stellt die Grundlage für den Europarat dar, die Gleichstellung der Geschlechter Wirklichkeit werden zu lassen. Das Ziel der Organisation besteht in der Bekämpfung aller Eingriffe in die Freiheit und Würde von Frauen, der Beseitigung von Diskriminierung aufgrund Geschlechts, der Förderung einer ausgeglichenen Beteiligung von Frauen und Männern am politischen und öffentlichen Leben und der Ermutigung zur Aufnahme eines Gleichstellungsansatzes in alle Programme und alle politischen Maßnahmen.

Artikel 14 und Protokoll Nr. 12 der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK) haben dazu beigetragen, den rechtlichen Schutz und Status von Frauen in den letzten Jahrzehnten zu verbessern. Allerdings muss wirkliche Gleichstellung noch erzielt werden. Frauen befinden sich im politischen und öffentlichen Leben immer noch am Rande und sie erhalten für gleiche Arbeit geringere Entlohnung. Darüber hinaus bleiben sie in großem Maße Opfer von Armut, Gewalt und Arbeitslosigkeit.

Der Europarat reagiert darauf, indem er die wirtschaftlichen Kosten der Ungleichbehandlung hervorhebt und häusliche Gewalt und Menschenhandel entschieden bekämpft. Die Organisation hat sich ebenso den Bereich Bildung zum Ziel im Kampf für mehr Gleichstellung gemacht.


Im Oktober 2007 verabschiedete das Ministerkomitee eine Empfehlung zur Ermutigung von Maßnahmen mit dem Ziel der Gleichstellung von Frauen und Männer auf allen Ebenen des Bildungssystems in den 47 Mitgliedstaaten.

FOKUS: Neue Kommission für die Gleichstellung der Geschlechter


„Nach wie vor verdienen, entscheiden und zählen Frauen weniger als Männer. Es gibt nur einen Bereich, wo Frauen zahlenmäßig überwiegen: in den Statistiken über die Opfer von Gewalt.“ Anlässlich des ersten Treffens der neuen Kommission für die Gleichstellung der Geschlechter des Europarates am 6. Juni erklärte Generalsekretär Thorbjørn Jagland, alle Voraussetzungen seien gegeben, dass der Europarat bis Ende 2013 greifbare Ergebnisse im Bereich der Geschlechtergleichstellung liefern kann.

Die neue Kommission soll eine Schlüsselrolle bei der Unterstützung des Europarates einnehmen, wenn es darum geht, den Bedarf zu bewerten und Wege zur Beseitigung der Hindernisse bei der Umsetzung seiner Normen im Bereich der Geschlechtergleichstellung auszumachen.  (weiter...)

Gleichstellung ist für Millionen von Frauen in Europa noch nicht Wirklichkeit

Bei der Eröffnung einer EU-Konferenz in Brüssel über die Gleichstellung von Frauen und Männern hat Maud de Boer-Buquicchio betont, dass - trotz der vielen verschiedenen Rechtsinstrumente, die bereits in Kraft getreten sind - die Gleichstellung von Frauen und Männern für Millionen von Frauen in Europa und weltweit nach wie vor nicht Wirklichkeit geworden ist.

Die Stellvertretende Generalsekretärin hob drei spezielle Bereiche hervor, die von besonderer Bedeutung sind, nämlich die Notwendigkeit der stärkeren Teilhabe von Frauen bei Entscheidungsprozessen, die Beseitigung von fortwährend bestehenden Lohnungleichheiten sowie die Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen.

De Boer-Buquicchio unterstrich die Bedeutung der wegweisenden Europaratskonvention zur Gewalt gegen Frauen, einschließlich häuslicher Gewalt, und forderte die EU und ihre Mitgliedsstaaten dazu auf, den Text zu unterzeichnen und zu ratifizieren.

„Bis heute haben 16 von 47 Mitgliedsstaaten des Europarates die Konvention unterzeichnet. Wie die Mehrheit der jüngsten Europaratskonventionen steht sie auch nicht-europäischen Ländern offen. Ich hoffe, dass viele von ihnen, einschließlich der Europäischen Union, beitreten werden", sagte sie.

Referenz-Website

Frauen im 21. Jahrhundert

Der berufliche Fortschritt der Frauen, die Auswirkungen des Feminismus und die Bekämpfung männlicher Privilegien sind das Thema der neuesten Ausgabe des Programms „View Point“. Die schwedische EU-Ministerin Birgitta Ohlsson erklärt die wirtschaftlichen Probleme, die Europa haben wird, wenn es weiterhin die „Hausfrauen mit den besten Hochschulabschlüssen“ der Welt hervorbringt.