Kino und audiovisueller Sektor

Kino und audiovisueller Sektor

Kino und audiovisueller Sektor


Die europäische Filmindustrie fördern


Der Europarat hat sich schon früh dafür eingesetzt, in Europa einen audiovisuellen Bereich zu schaffen, der Menschenrechte, kulturelle Vielfalt und politischen Pluralismus miteinander verbindet. Alle Maßnahmen der Organisation in diesem Bereich basieren auf dem Recht der Freiheit der Meinungsäußerung, das in Artikel 10 der Europäischen Menschenrechtskonvention verankert ist.

Bilder spielen in unseren Demokratien eine wichtige Rolle. In den letzten 50 Jahren hat sich die audiovisuelle Landschaft Europas gravierend verändert. In diesen schwierigen Zeiten brauchten die Menschen Referenzen, die Mitgliedsstaaten mussten genau wissen, was auf dem Spiel steht. Um die Richtung vorzugeben, hat der Europarat daher spezialisierte Organe eingerichtet und Rechtsinstrumente ausgearbeitet.

1988 gründete der Europarat Eurimages, den ersten europäischen Fonds zur Unterstützung der Koproduktion, des Verleihs und der Vorführung europäischer Filme. Er hat das Ziel, das europäische Kino zu fördern, indem er die Produktion und den Vertrieb von Filmen sowie die Kooperation zwischen Filmschaffenden unterstützt.

1992 hat der Europarat darüber hinaus die Europäische Audiovisuelle Informationsstelle damit beauftragt, sich für mehr Transparenz im europäischen audiovisuellen Sektor einzusetzen und den Experten im audiovisuellen Bereich die benötigten Informationen zur Verfügung zu stellen.

Auch 2013 Goldene Palme für Eurimages in Cannes

Die Jury der 66. Filmfestspiele in Cannes unter dem Vorsitz des amerikanischen Regisseurs und Produzenten Steven Spielberg hat den französisch-tunesischen Filmemacher Abdellatif Kechiche für seinen Film „La Vie d’Adèle“ sowie die beiden Hauptdarstellerinnen des Films, Léa Seydoux und Adèle Exarchopoulos, mit der Goldenen Palme ausgezeichnet. Die von Eurimages unterstützte Koproduktion zwischen Frankreich, Belgien und Spanien, die auf dem Comic „Le Bleu est Une Couleur Chaude“ von Julie Maroh basiert, hat die Herzen der Kritiker im Sturm erobert.

Der Preis für die beste Schauspielerin ging an Bérénice Béjo für den Film „The Past“ von Asghar Farhadi, eine französisch-italienische Koproduktion, die ebenfalls von Eurimages unterstützt wurde.

Den Große Preis der „Semaine de la Critique“ erhielten die italienischen Regisseure Fabio Grassadonia und Antonio Piazza für ihren Film „Salvo“, eine von Eurimages unterstützte Koproduktion zwischen Frankreich und Italien. Der Film, der auch mit dem „Prix Revelation“ von France 4 ausgezeichnet wurde, erzählt die Geschichte des kalten und skrupellosen Einzelgängers Salvo, ein Killer der sizilianischen Mafia, welcher der jungen blinden Rita begegnet.

Die vollständige Liste der Preise ist auf der Webseite der Filmfestspiele verfügbar.
 

Durchwachsenes Jahr 2012 im Hinblick auf Besucherzahlen in europäischen Kinos

2012 stieg die Zahl der Besucher von EU-Filmen gegenüber dem Vorjahr um 12 % auf rund 313 Millionen. Dies war vor allem Skyfall zu verdanken, dem jüngsten Film der James Bond-Reihe. Der neue Streifen des britischen Geheimagenten, eine Koproduktion mit majoritärer UK-Beteiligung, katapultierte den Marktanteil europäischer Filme in der EU auf 33,6 %, den höchsten Stand in diesem Jahrhundert. Seit Jahren schon versucht das EU-Box Office, die 30 %-Marke bei den Marktanteilen zu durchbrechen. 2012 war es endlich soweit: Der Anteil der Kinobesucher, die europäische Filme sahen, stieg auf 33,6 %. Davon entfällt mehr als ein Drittel auf nicht-nationale europäische Filme - ein Anstieg von 5,6 % gegenüber 2011. Dies entspricht haargenau dem Marktanteil von Skyfall. James Bond als britischer Held mit amerikanischer Unterstützung hat also in gewisser Weise das Vakuum ausgefüllt, das Harry Potter hinterlassen hat. (weiter...)

Multimedia

  • Interview with Roberto Olla, Executive Secretary of Eurimages